1722, Juni 22

Grundsteinlegung zum Bau der Barockkapelle zu Ehren des hl. Johann Nepomuk auf dem Gelände des heutigen Alten Friedhofs an der Johanneststraße

In den Kriegszeiten des 17. Jahrhunderts wird die kleine Kirche der Probstei zum hl. Kreuz weitgehend zerstört, das Geld für eine Wiederherstellung fehlt. Erst 1722 stiftet Abt Bernhard von Westrem, unterstützt durch einige wohlhabende Siegburger Familien, die Mittel für einen Neubau. Der Altar der Kapelle wird dem hl. Johannes von Nepumuk geweiht, dem Patron der Driescher Schiffer.

Mit der Nutzung der Kapelle als Friedhofskapelle seit 1807 wird im Laufe des 19. Jahrhunderts eine Renovierung dringend erforderlich. 1896 hat Bügermeister Jakob Spilles die erforderlichen Barmittel aus städtischen Geldern, besonders aber durch Stiftungen Siegburger Bürger, zuammen. Der bekannte Kölner Domkapitular und Kunstsachverständige Alexander Schnütgen berät die Stadt, und die Kapelle erhält ihr Aussehen, dass erst durch eine weitere grundlegende Sanierung 1984-85 nochmals verändert leicht wird.

Der Friedhof an der Aulgasse ruft uns zwei Wohltäter ins Gedächtnis, deren Verdienste hier nicht unerwähnt bleiben sollen. Kommerzienrat Rolffs aus Bonn stiftete daselbst 1891 ein 6 m hohes, ganz aus Stein gehauenes, kunstvolles Kruzifix .... Der zweite Wohltäter ist der Kaufmann Jean Fußhöller aus Siegburg, dessen einziger Sohn vor Jahresfrist gestorben war. Er schenkte 1896 mit seiner Frau Gemahling 7000 Mark zu dem bereits vorhandenen Gelde zwecks Ausschmückung und teilweiser Vergrößerung des St. Johanneskapellchens. Rudolf Heinekamp: Siegburgs Vergangenheit und Gegenwart, Siegburg 1897, S. 446.


Die Nepumukkapelle nach der Renovierung 1896. (Bild-ID: 3311)
Die Nepumukkapelle nach der Renovierung 1896. (Bild-ID: 3311)
Die Stiftung Fußhöller ermöglicht den Bau der  kleinen hölzernen Portalanlage. Bild um 1950 (Bild-ID: 4908)
Die Stiftung Fußhöller ermöglicht den Bau der kleinen hölzernen Portalanlage. Bild um 1950 (Bild-ID: 4908)
Der kleine, barocke Glockenturm Birgt eine Glocke aus dem Jahre 1724, durch Umguss 1857 erneuert.
Der kleine, barocke Glockenturm Birgt eine Glocke aus dem Jahre 1724, durch Umguss 1857 erneuert.