1959, Juli 12

Weihe der Kirche St. Elisabeth auf dem Deichhaus

Nach knapp dreijähriger Bauzeit wird die Kirche St. Elisabeth, ein Werk des Kölner Architekten Josef Bernard, durch Kardinal Frings geweiht. 1993 wird sie als "bedeutend für die Geschichte des Menschen, erhaltenswert aus wissenschaftlichen, besonders aus architektur- und ortsgeschichtlichen Gründen" in die Denkmalliste der Stadt eingetragen.

Im Schatten der alten Benediktinerabtei des hl. Anno auf dem Michaelsberg in Siegburg, südöstlich des Berges und unweit des Siegufers in einem entfernten Teil der Stadtpfarre St. Servatius ist in den Jahren 1956 bis 1958 die neue Kirche St. Elisabeth als geistige Mitte einer jungen Pfarrgemeinde erbaut worden. Im Frühjahr 1959 konnte in ihrem Raum zum erstenmal das Hl. Messopfer gefeiert werden. Bei diesem Fest der Weihe fehlte der Baumeister der Kirche: Nur wenige Wochen vorher war der Architekt Josef Bernard in Köln zu Grabe getragen worden. In seinen letzten Werken aber, zu denen St Elisabeth in Siegburg zählt, lebt der Geist seines Schaffens, seiner Kunst weiter; auch der Siegburger Bau – um einen Begriff aus dem Totenzettel des Architekten zu gebrauchen – ein „Denkmal der inneren Ehrlichkeit und der unpathetischen Frömmigkeit“, wie sie die Kirchen Bernards immer ausgezeichnet haben. Jede Einzelheit, von der Gesamtkonzeption bis zur technischen Ausführung des Ziegelstein-Mauerwerk, zeigt den Baumeister, der in der Tradition eines Dominikus Böhm aufgewachsen ist und vor allem die sinngerechte Verwendung moderner Baustoffe, moderner Technik im Kirchenbau kennt. ... Ohne Aufwand, ohne viel Dekor, fast karg und bescheiden, aber von beinahe klassisch zu nennenden Proportionen, dazu von einer auch den anderen bildenden Künsten, insbesondere der Glasmalerei, großartige Möglichkeiten bildenden Raumordnung: Das ist Josef Bernards Kirchenbau in Siegburg, der würdig neben die Abtei des hl. Anno und die großartige Stadtpfarrkirche St. Servatius getreten ist - als Denkmal andächtigen, modernen Kirchbaues in unseren Tagen. Hans Kisky: Die neue Kirche St. Elisabeth in Siegburg-Deichhaus. Festschrift zur Weihe. o.Dat.


Das Kircheninnere 1959 (Bild-ID: 6537)
Das Kircheninnere 1959 (Bild-ID: 6537)
Das Kircheninnere im Oktober 2010
Das Kircheninnere im Oktober 2010
Die Namensgeberin, St. Elisabeth, ein Werk aus Lindenholz des Bildhauers Stefan Plack, Euskirchen
Die Namensgeberin, St. Elisabeth, ein Werk aus Lindenholz des Bildhauers Stefan Plack, Euskirchen
Hungernde speisen. Eines der herrlichen Kirchenfenster des Glasmalers Paul Weigmann, Opladen, die die sieben Werke der Barmherzigkeit nachzeichnen.
Hungernde speisen. Eines der herrlichen Kirchenfenster des Glasmalers Paul Weigmann, Opladen, die die sieben Werke der Barmherzigkeit nachzeichnen.

Der Taufstein aus Dolomitschiefer, ein Werk des Kölner Bildhauers Hein Gernot, der auch den Altar sowie Kreuz und Hahn auf dem Dach schuf.
Der Taufstein aus Dolomitschiefer, ein Werk des Kölner Bildhauers Hein Gernot, der auch den Altar sowie Kreuz und Hahn auf dem Dach schuf.
Fensterdetail in der Taufkapelle
Fensterdetail in der Taufkapelle

St. Elisabeth am Tag ihrer Weihe, 1959 (Bild-ID: 6543)
St. Elisabeth am Tag ihrer Weihe, 1959 (Bild-ID: 6543)
St. Elisabeth im Oktober 2010
St. Elisabeth im Oktober 2010
1964: Pfarrhaus und Jugendheim sind erbaut, das Umfeld liegt noch weitgehend brach.Im Hintergrund rechts die Grundschule Deichhaus. (Bild-ID: 6535)
1964: Pfarrhaus und Jugendheim sind erbaut, das Umfeld liegt noch weitgehend brach.Im Hintergrund rechts die Grundschule Deichhaus. (Bild-ID: 6535)