1929, Juli

Abriss des aus der Zuchthausnutzung stammenden Zellenflügels auf dem Michaelsberg

Bis zum Ende des Jahres wird der um 1890 an die südliche Gebäudeseite der historischen Abteigebäude angebaute Zellenflügel abgerissen.

Für die Zuchthausnutzung wurde dann 1890 der Zellenflügel an die südliche Bauflucht angebaut, der für die nächsten knapp 30 Jahre das Bild der Abtei verschandelte. Gut 500 Menschen saßen im gesamten Gebäudekomplex ein, und die Zeitung berichtet weiter: „Nun wurde die ehemalige St. Michaelsabtei erst recht zu einer Verbrecherhochschule. Die Zustände wurden unhaltbar. Zudem vermochten alle Sicherheitsmaßnahmen ein gelegentliches Ausbrechen der dort Untergebrachten nicht zu verhindern. Manchmal erschreckten scharfe und Signal-Schüsse die Bewohner der benachbarten Stadtviertel und manche Flucht wurde an den Stammtischen eifrig diskutiert.“
Andrea Korte-Böger: Oben auf dem Berg. Die Geschichte der Abtei und des Michaelsberges, S. 50 ff. Siegburg 2008


Aufnahme von einem Heereszeppelin aus auf das preußische Zuchthaus, 1912.
Aufnahme von einem Heereszeppelin aus auf das preußische Zuchthaus, 1912.
Romantischer Blick über den Mühlengraben auf die Silhouette der Abtei mit Zellentrakt, vor 1929.
Romantischer Blick über den Mühlengraben auf die Silhouette der Abtei mit Zellentrakt, vor 1929.
Der Der Briefschreiber schrieb auf diese Postkarte: 1929. Zur Veranschaulichung des im August 1929 in Abbruch befindlichen Zellenflügels.
Der Der Briefschreiber schrieb auf diese Postkarte: 1929. Zur Veranschaulichung des im August 1929 in Abbruch befindlichen Zellenflügels.
Luftbild  um 1930 mit Blick auf den neu angelegtem Klostergarten, der Anbauspuren vom Zellentrakt sind noch gut erkennbar.
Luftbild um 1930 mit Blick auf den neu angelegtem Klostergarten, der Anbauspuren vom Zellentrakt sind noch gut erkennbar.