1879, Oktober 20

Überführung der ersten Gefangenen in das Gefängnis auf dem Michaelsberg

Nach der Nutzung der ehemaligen Klostergebäude auf dem Michaelsberg als Irrenheilanstalt, wird ab 1879 hier erst eine Strafanstalt, dann ein Zuchthaus untergebracht. Alle Fenster werden vergittert, schwere eiserne Tore eingebaut, hohe Mauern errichtet und der ganze Berg mit bewaffneten Posten überzogen.

…1064 ein Benediktinerkloster mit „Engeln im Fleische“, wie Lambert von Hersfeld sich ausdrückt, später ein freiadeliges Stift mit Berufenen und Unberufenen im Ordenskleide, 1815 eine Lateinschule und Kaserne für den Stamm des Landwehrbataillons, 1825 eine Irrenheilanstalt zum Segen für die Leidenden und n u n ein Gefängnis für nicht schwere Verbrecher, um nächstens einem Zuchthause Platz zu machen – wie wird das noch enden?! Rudolf Heinekamp: Siegburgs Vergangenheit und Gegenwart, S. 444 ff.

20.Oktober. Heute wurden 40 Gefangene aus dem Arresthaus zu Köln auf die hiesige Strafanstalt, der früheren Irrenheilanstalt, überführt. Dieselben waren zu Zweien aneinander geschlossen und befanden sich unter starker militärischer und polizeilicher Überwachung. Sobald die Räumlichkeiten zweckentsprechend eingerichtet sind, wird eine weitere Überführung aus anderen Arresthäusern stattfinden. Siegburger Zeitung vom 22.10.1879


Die Abteigebäude in Gefängnis- und Zuchthausnutzung.
Die Abteigebäude in Gefängnis- und Zuchthausnutzung.
Blick in den um 1890 errichteten Zellentrakt auf dem Michaelsberg, abgerissen 1929.
Blick in den um 1890 errichteten Zellentrakt auf dem Michaelsberg, abgerissen 1929.