1936, Dezember 10

Übernahme der leerstehenden Fabrikhallen der Bemberg AG durch die Rheinische Zellwolle AG

Nach mehrmonatigen Verhandlungen verkauft die Bemberg AG das gesamte Werksgelände für 1,43 Millionen Reichsmark an die Rheinische Zellwolle AG. Es werden 450-500 Arbeitsplätze geschaffen. Mit Aufnahme der Produktion Mitte 1937 wird im Dreischichtbetrieb gearbeitet und Zellwolle, ein aus Holz hergesteller Textilfaden - verarbeitet zu Gewebe, das den Namen Zellwolle oder Viskose trägt - produziert.

Das seit Jahren unbenutzt liegende Bembergwerk wird endlich in Betrieb genommen werden! Das ist das Ergebnis von schon seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen. Freilich wird dort keine Kunstseide erzeugt, sondern der Betrieb wird für die Herstellung von Zellwolle eingerichtet werden. Bei der Umstellung unserer Textilwirtschaft auf die möglichst umfassende Verwendung einheimischer Rohstoffe kommt der Zellwolle eine besondere Bedeutung zu. Um die ausreichende Versorgung der westdeutschen Industrie mit diesem Erzeugnis sicherzustellen, wird jetzt in Siegburg eine Zellwollfabrik errichtet. Das Kapital wird zum größten Teil von der rheinischen Textilindustrie aufgebracht; den Restbedarf stellt eine Bankengruppe zur Verfügung. Die Gründung der neuen Gesellschaft wird in Kürze erfolgen. Sofort nach der Gründung wird mit allem Nachdruck an den Ausbau des ehemaligen Bembergwerks zur Zellwollefabrik herangegangen. Schon in dreiviertel Jahr, spätestens am 1. Juli 1937, soll die Erzeugung mit mehreren hundert Arbeitskräften aufgenommen werden. Westdeutscher Beobachter vom 14. Oktober 1936


Die neueröffnete Zellwollefabrik, 1938
Die neueröffnete Zellwollefabrik, 1938
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion maßgeblich durch den Einsatz von Zwangsarbeitern aufrecht erhalten. Links des Schornsteins erkennt man eine durch Stacheldraht gesicherte Barackenanlage, die der Unterbringung von sogenannten "Ostarbeitern" diente. Foto um 1943
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion maßgeblich durch den Einsatz von Zwangsarbeitern aufrecht erhalten. Links des Schornsteins erkennt man eine durch Stacheldraht gesicherte Barackenanlage, die der Unterbringung von sogenannten "Ostarbeitern" diente. Foto um 1943
Blick in die Kältestation, undatiert
Blick in die Kältestation, undatiert
Spinndüsen, durch die das flüssige Zellwollmaterial zur Herstellung eines Fadens gepresst wird.
Spinndüsen, durch die das flüssige Zellwollmaterial zur Herstellung eines Fadens gepresst wird.

Gewebeproduktion, Foto um 1960
Gewebeproduktion, Foto um 1960