1937, Januar 1

Gründung der Akkordeonfabrik CANTULIA

Mit der Anmietung eines Gebäudes auf dem Gelände der aufgelösten Kattunfabrik beginnt die Geschichte der CANTULIA in Siegburg. Ihr exakter Firmenname lautet: Cantulia Neuerburg Kommanditgesellschaft. Sie ist eine Neugründung der Traditionfirma "Kahnt & Uhlmann" aus Altenburg/Thüringen, die einen neuen Standort im absatzgünstigeren Westen sucht. Bereits im Mai desselben Jahres arbeiten hier rund 50 Personen.

Es gibt Orte, deren Namen "Musik" ist. ... Hier dröhnen keine Maschinen. Hier singt die Arbeit ihr nicht hämmerndes Lied. Ab und zu klingt fein ein Ton auf, ein anderer daneben. Akkorde schließlich. Es liegt "Musik in der Luft". Fein wie diese Töne ist auch die Arbeit, die Handfertigkeit erfordert wie selten eine andere. Wenn auch ab und zu das Surren der Kreissäge ertönt, so ist aber ihr Geräusch wohl auch das einzige Laute, das in diesem Betrieb zu hören ist. Alles ist Handarbeit. Das Einsetzen der Stimmböcke, der Einbau des komplizierten Mechanismus der Tastaturen, das Überziehen der Harmonikagehäuse und schließlich das Stimmen. ... Das wesentliche Merkmal des Siegburger Werkes ist die Tatsache, daß gegen die Gewohnheit anderer, gleichartiger Betriebe keine Frauen beschäftigt werden. Westdeutscher Beobachter vom 13. Mai 1937


Das angemietete Gebäude mit Firmennamen, neben dem Mühlengraben liegend, heute im Bereich der Siegwerk Farben AG. Ganz klein erkennt man im Eingangsbereich das "Cantulia-Männchen", Foto um 1938
Das angemietete Gebäude mit Firmennamen, neben dem Mühlengraben liegend, heute im Bereich der Siegwerk Farben AG. Ganz klein erkennt man im Eingangsbereich das "Cantulia-Männchen", Foto um 1938
Briefpapier Cantulia
Briefpapier Cantulia
das Maskottchen der Firma, das "Cantulia-Männchen", Vergrößerung aus dem Foto um 1938
das Maskottchen der Firma, das "Cantulia-Männchen", Vergrößerung aus dem Foto um 1938
Präsentation eines fertigen Instruments, um 1938
Präsentation eines fertigen Instruments, um 1938