1925, Mai 24

Einbringung der neuen Glocken in den Turm der evangelischen Stadtkirche

Die in der Glockengießerei Rinker aus Sinn bei Herborn gegossenen drei neue Glocken, als Ersatz für die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzenen, werden ihrer Bestimmung übergeben. Die neuen Glocken werden im Zweiten Weltkrieg ebenfalls wieder eingezogen und eingeschmolzen werden.

Mit feirerlichem Gottestdienste in der festlich ausgeschmückten Kirche sind gestern morgen die neuen Glocken der hiesigen evangelischen Kirche ihrer Bestimmung übergeben worden. Der Superintendent Rentrop der Synode Bonn, Herr Pfarrer Rehmann und Herr Pastor Gans hielten den Weihespruch in der Feier ... Nach dem Weihespruch für die kleine Glocke "O, Herr mach uns frei!" begann diese zu läuten. Der Weihespruch für die mittlere Glocke lautete, "Vergiß die teuren Toten nicht!", worauf auch diese zu läuten begann und als der Weihespruch für die dritte, große Glocke gesprochen worden war "Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!" ließ auch diese ihre eherne Stimme erschallen, alsdann setzten die kleineren Glocken mit ein und gaben laut dem weiten Umkreis Kunde, daß die Gemeinde nach langem Sehnen und Streben wieder ein feierliches Läutewerk in ihrer Kirche hat, daß ihr langes Wünschen und Hoffen hiernach nun erfüllt sei." Siegburger Kreisblatt vom 26. Mai 1925


Die evangelische Stadtkirche in einer Postkarte aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts
Die evangelische Stadtkirche in einer Postkarte aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts
Die Postkarte, geschrieben 1901, zeigt Kirche und Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde. Das Gemeindehaus überstand die Bomben des Zweiten Weltkriegs und steht auch heute noch in dieser Funktion neben der Auferstehungskirche.
Die Postkarte, geschrieben 1901, zeigt Kirche und Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde. Das Gemeindehaus überstand die Bomben des Zweiten Weltkriegs und steht auch heute noch in dieser Funktion neben der Auferstehungskirche.