1901, Mai 26

Weihe der Kirche St. Dreifaltigkeit in Wolsdorf

Nach knapp 2-jähriger Bauzeit benediziert Pfarrer Adolf Hubert Bamberg das Gotteshaus und übergibt es seiner Bestimmung.

Die Errichtung der Kirche St. Dreifaltigkeit ist – wie gesehen – nicht zuletzt dem Engagement der Wolsdorfer selbst zu verdanken. Sie gründeten zu diesem Zweck 1895 einen Kapellenbauverein, dem ein Großteil der Einwohner der damals noch selbständigen Zivilgemeinde Wolsdorf angehörte. Dieser richtete am 20. April 1898 ein Bittgesuch an Bürgermeister Jakob Spilles, um die Erlaubnis zu erhalten, aus dem Wolsdorfer Steinbruch Baumaterial zu Errichtung einer kleinen Kirche nehmen zu dürfen. Um das Projekt voranzubringen, übertrug der Kirchbauverein in der Folge den bisher angesammelten Betrag von 1.400 Mark dem Bürgermeister, damit dieser es zum Erwerb eines Grundstücks verwenden solle. Die Zivilgemeinde beschloss zudem die kostenfreie Beschaffung von Baumaterial und stellte einen weiteren Betrag von 2.000 Mark in Aussicht, nicht zuletzt um den Kirchenvorstand von St. Servatius für das Vorhaben zu gewinnen. Im Sommer 1898 konnte das Kirchengrundrundstück – bestehend aus drei Parzellen – in unmittelbarer Nähe der Schule erworben werden. Die Planung des neuen Gotteshauses wurde dem Kölner Erzdiözesanbaumeister Heinrich Renard übertragen, der in einer ersten gutachterlichen Stellungnahme vom 8. August 1898 die Eignung des Bauplatzes bestätigte. Daraufhin erteilte Bürgermeister Spilles am 23. August 1898 Architekt Renard den Auftrag, Planentwurf und Kostenanschlag anzufertigen. Anfang des Jahres 1899 lagen schließlich die staatliche und kirchliche Genehmigung zum Bau einer neuen katholischen Kirche in Wolsdorf vor. Am 20. Mai 1900, dem Sonntag nach Christi Himmelfahrt, konnte Pfarrer Adolf Hubert Bamberg, der seit 1897 in Siegburg wirkte, die feierliche Grundsteinlegung vollziehen, nachdem die Bauarbeiten bereits im Sommer 1899 begonnen hatten. Jens Kröger: 110 Jahre Kirche St. Dreifaltigkeit in Wolsdorf. In: Siegburger Blätter Nr. 30, Mai 2011


Grundrisszeichnung von Diözesanbaumeister Architekt Heinrich Renard, Köln
Grundrisszeichnung von Diözesanbaumeister Architekt Heinrich Renard, Köln
Die Kirche kurz nach der Fertigstellung, Postkarte um 1905
Die Kirche kurz nach der Fertigstellung, Postkarte um 1905
Das Kirchenschiff mit der Ausmalung von Hubert Dürnholz, um 1930
Das Kirchenschiff mit der Ausmalung von Hubert Dürnholz, um 1930
Das Kircheninnere vor der jüngsten Umgestaltung, um 1985
Das Kircheninnere vor der jüngsten Umgestaltung, um 1985

Das Bild trägt die Aufschrift: Knabenchor an St. Dreifaltigkeit, Wolsdorf, Weihnachten 1916
Das Bild trägt die Aufschrift: Knabenchor an St. Dreifaltigkeit, Wolsdorf, Weihnachten 1916