1957, April 21

Einweihung der Auferstehungskirche, Georgstraße, als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg zerstörte evangelische Stadtkirche

Nach zweijähriger Bauzeit wird die Auferstehungskirche zu Ostern, am 21. April 1957, in den Dienst genommen. Der Entwurf und die Durchführung liegt in den Händen der Bonner Architekten Hans Thon und André Welk.

Eine Kirche aus den fünfziger Jahren.… Infolge der Kriegszerstörungen und der großen Flüchtlingsbewegungen fehlte es zunächst vielerorts an Gottesdienststätten, doch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den fünfziger Jahren setzte eine rege kirchliche Bautätigkeit ein. … Die 1955 bis 1957 erbaute Auferstehungskirche weist viele Merkmale des neuen Stils auf. Auch die Bezeichnung ‚Auferstehungskirche’ paßt in die Jahre des Auf- und Wiederaufbaus. Viele in den fünfziger Jahren erbaute Kirchen tragen diesen Namen und sagen damit etwas über das Lebensgefühl der Menschen in diesem Jahrzehnt. Nach den entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegsjahren ging es endlich wieder bergauf, auch mit der Kirche. Darüber hinaus stellt die Siegburger Kirche durch das große Buntglasfenster die Auferstehung als zentrales Motiv des christlichen Glaubens heraus. Die Kirchenbauten aus den fünfziger Jahren haben anders als viele ältere Kirchen nicht den Charakter trutziger Burgen mit dicken Mauern und wuchtigen Türmen. Sie sind dünnwandiger ausgeführt und wirken überwiegend schlank. Die Baukörper sind den Möglichkeiten der Zeit entsprechend schlicht gehalten, und die Ausstattung beschränkt sich meist auf ein Minimum. Als 1948 in Pforzheim eine „Auferstehungs-Notkirche" als „Zelt in der Wüste" (Trümmerwüste) errichtet wurde, verbreitete sich die auf Otto Bartning, Dominikus Böhm und andere zurückgehende Idee, Kirchen in Zeltform zu bauen. Auch die Erbauer der Siegburger Auferstehungskirche, die Bonner Architekten Hans Thon und Andre Welk, orientierten sich an der Zeltvorstellung: ‚Unter dem Eindruck der Vergänglichkeit alles Menschenwerks und mißtrauisch gegen Pathos und Romantik - auch in moderner Form - wurde ein schlichter, klarer Raum geplant, über fast quadratischem Grundriß, ein Zelt, eine Hütte Gottes unter den Menschen ‚Herberge zur Rast und Sammlung auf der Wanderschaft’. … Dem Stil der Zeit entspricht es auch, daß der Glockenturm vom Kirchengebäude getrennt für sich steht. Wegen seines Standortes zwischen Kirche und Gemeindehaus kann er aber als Bindeglied zwischen beiden Gebäuden verstanden werden. Der 34 Meter hohe, sechseckige Turm ist in zehn Geschosse gegliedert.
Hans Reiner Preuß: Auferstehungskirche Siegburg. Festschrift anlässlich des 40jährigen Bestehens der Auferstehungskirche 1997


Das Luftbild aus dem Jahre 1995 zeigt sehr schön die Zeltform des Kirchenbaus.
Das Luftbild aus dem Jahre 1995 zeigt sehr schön die Zeltform des Kirchenbaus.
Die Auferstehungskirche 1997
Die Auferstehungskirche 1997
Feld 5 des Glasfensterzyklus: der auferstandene Christus
Feld 5 des Glasfensterzyklus: der auferstandene Christus
Feld 6 des Glasfensterzyklus: Christus und seine Gemeinde in symbolischen Bildern
Feld 6 des Glasfensterzyklus: Christus und seine Gemeinde in symbolischen Bildern

Der Altarraum nach seiner Umgestaltung 1991/92 nach den Entwürfen des Hennefer Architekten Michael C. Deisenroth
Der Altarraum nach seiner Umgestaltung 1991/92 nach den Entwürfen des Hennefer Architekten Michael C. Deisenroth
Das Altarhängekreuz, eine Stiftung der Ehrenbürger Hans Alfred und Veronika Keller 1981, geschaffen von der Kölner Künstlerin Eva Burgreff
Das Altarhängekreuz, eine Stiftung der Ehrenbürger Hans Alfred und Veronika Keller 1981, geschaffen von der Kölner Künstlerin Eva Burgreff