1775, April 10

Geburt Carl Wigand Maximilian Jacobis in Düsseldorf, Leiter der ersten Irrenheilanstalt der Preußischen Rheinprovinz

Maximilian Jacobi wird als Sohn des Schriftstellers und Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi und seiner Frau Helene Elisabeth, geborene von Clermont, in Düsseldorf geboren. Als Leiter der Irrenheilanstalt in Siegburg, untergebracht in den Gebäuden der aufgelösten Abtei, erlangt er als Wegbereiter und Bergünder der Psychiatrie in der Medzingeschichte Berühmtheit.

Am 18. Mai 1858 starb in Siegburg der Geheime Ober-Medizinalrat [Carl Wigand] Maximilian Jacobi. Jacobi lebte seit 1824 in Siegburg und hatte hier, im Herzen der Stadt, in den historischen Räumen der ehemaligen Abtei auf dem Michaelsberg, die erste Irren-Heilanstalt der preußischen Rheinprovinz aufgebaut und bis zu seinem Tode geleitet. Er zählte zu der kleinen
Zahl von Medizinern, die in dem »Irre sein«, wie man es damals nannte, nicht gottgewolltes Schicksal, sondern eine Erkrankung von Seele, Geist und Körper erblickten, die es zu erforschen, zu behandeln und, wo immer möglich, zu heilen galt. Maximilian Jacobi entstammte einem angesehenen und berühmten Elternhaus. Sein Vater, der Schriftsteller und Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi, lebte mit seiner Frau Helene Elisabeth, geborene von Clermont, in Düsseldorf. Hier wurde Maximilian am 10. April 1775 geboren. Friedrich Heinrich Jacobi führte ein gastfreundliches Haus, viele Geistesgrößen des ausgehenden 18. Jahrhunderts, unter ihnen
Wilhelm von Humboldt, Matthias Claudius, Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe gingen bei ihm ein und aus. Auf der Rückreise von der Kampagne in Frankreich, 1792, lernte Goethe den damals siebzehnjährigen Maximilian kennen und schätzen. Franz Josef Wiegelmann: Carl Wigand Maximilian Jacobi. In: Siegburger Blätter Nr. 18, 2008


Maximilian Jacobi in seiner Siegburger Zeit
Maximilian Jacobi in seiner Siegburger Zeit
Grab Maximilian Jacobis auf dem alten Siegburger Friedhof an der Johannesstraße, 2008
Grab Maximilian Jacobis auf dem alten Siegburger Friedhof an der Johannesstraße, 2008