1551, November 9

Anlage des Trerichsweiher, heute Naturschutzgebiet

Ein Rechtsstreit vor dem Schöffengericht Siegburg zeigt, dass das heutige Naturschutzgebiet Trerichsweiher im Auftrag der Junker Johann Edelkirchen und Heinrich von Alner durch Johann Heß und seine "Weiergräber" angelegt wird.

Am Montag nach Allerseelen, am 9. November 1551, trat im Siegburger Rathaus, ... das Schöffengericht in der Besetzung Jost Lüning und Wilhelm Gevertshaen, Schöffen, Bertram am Ontzenort und Johann Worm, beide Bürgermeister, zusammen. Es stand eine Zeugenvernehmung an, die die beiden „ehrenfesten und frommen Herren“ – so der Text – Junker Johann Edelkirchen und Junker Heinrich von Alner beantragt hatten, um eine Aussage Arnold Schumachers gerichtlich prüfen zu lassen. Als Zeugen waren vorgeladen Johann auf der Kuttenkulen und Peter Schmitt aus Grimberg. ... Die Zeugen Johann und Peter sagten „einmündig“ und verstärkt durch ihren Eid aus, dass Junker Heinrich von Alner vor einiger Zeit Johann Heß aus Lohmar beauftragt habe, den Trerichsweiher auszustechen und „zu machen“. ... Weitere Zeugen tauchen auf und erklären, auch vor einem Jahr sei bereits ein Landmesser mit der Vermessung des Trerichsweiher beauftragt worden, Elias aus Molscheid bei Seelscheid, der das zu bearbeitende Areal auf achteinhalb Morgen vermaß. Und schließlich kam die ganze Geschichte ans gerichtliche Tageslicht, weshalb Peter Heß seine Arbeiten einstellte. ...Zum einen war der Verwalter des Ulrather Hofes seiner Verpflichtung nicht nachgekommen, nach der er zuvor noch hatte Waldflächen roden sollen, um die Anlage des Weihers zu ermöglichen und zum anderen wird noch – ganz nebenbei - eine schlechte Zahlungsmoral der Junker erwähnt, so dass „der Hesse“ seine Leute nicht bezahlen konnte und deshalb die Arbeit niedergelegt hatte.
Andrea Korte-Böger: Der Trerichsweiher - Natur pur? In: Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2006