1906, Juli 1

Umgemeindung des Stadtteils Zange zu Siegburg, bis dahin Teil der Gemeinde Menden

Durch Abtretungsvertrag wird die seit 1867 verfolgte Initiative der Zanger Bewohner abgeschlossen und das Siedlungsareal rechts der Sieg, ursprünglich zur Gemeinde Menden gehörend, nach Siegburg um- und eingemeindet.

Bis 1825 blieb die Zange im wesentlichen unbesiedelt. 1858 aber sind bereits 21 Bürger in der seinerzeit 20. Ortschaft der Bürgermeisterei Menden registriert. 1864 sind es 40, 1875 schon 117. Da hatten die Bürger längst ihren eigenen Willen: Bereits 1867 formierte sich eine erste Initiative zur Eingemeindung nach Siegburg. Die Zanger Eltern mochten ihre Kleinen den Schulbesuch links der Sieg nicht länger zumuten. Damals gab´ s noch keine feste Brücke über den Fluss, die Kinder mussten mit einem wackeligen Steg oder der einzigen Fähre vorlieb nehmen. Bis zum 9. Mai 1906 blieb die Initiative erfolglos. Da ließ sich dann der preußische König erweichen und stimmte der Eingemeindung von Zange und Hornpott nach Siegburg zum 1. Juli zu. Freilich mussten die Bürger für den Wechsel zahlen. Eine Entschädigungsvereinbarung sah vor, dass die Zanger in jedem der folgenden 25 Jahre 1500 Mark an ihre ehemalige Bürgermeisterei abzugeben hatten. Zwölf Jahre später wurde die Forderung mit einer Abschlusszahlung von 11817,27 Mark abgeglichen. Die beiden Siedlungsschwerpunkte gingen ursprünglich von den beiden ersten dort erbauten Häusern aus. ...Ersteres wurde 1838 durch den Oberwegbauinspektor Johann Dettmar Eberhard Freymann errichtet. Es stand ... auf dem heutigen Grundstück Katharinenstraße 22/24 gegenüber der Gaststätte "Zur Zange". Unmittelbar am Siegufer liegt das zweitälteste nachgewiesene Zanger Haus ... vermutlich auf dem Grundstück Siegstraße 91. Susanne Haase-Mühlbauer: Die Zange ist eine 100-jährige Siegburgerin. In: 100 Jahre Siegburg-Zange. Festschrift 2006


Die 1900 geschrieben Postkarte zeigt den Blick von der Zange auf die Stadt, im Vordergrund das Bahnhof. Der Text lautet: Hier eine Ansicht der lieben alten Stadt, in der ich meine Gymnasialstudien vollendete. Besten Gruß H. Fusshöller [es folgt ein studentischer Zirkel] cand. chem
Die 1900 geschrieben Postkarte zeigt den Blick von der Zange auf die Stadt, im Vordergrund das Bahnhof. Der Text lautet: Hier eine Ansicht der lieben alten Stadt, in der ich meine Gymnasialstudien vollendete. Besten Gruß H. Fusshöller [es folgt ein studentischer Zirkel] cand. chem
Gasthof "Zum Hohenzollern", Ecke Ludwig-, Hohenzollernstraße, vor 1914
Gasthof "Zum Hohenzollern", Ecke Ludwig-, Hohenzollernstraße, vor 1914
Postkarte mit Straßenbahnbrücke und Bonner Hof, 1906
Postkarte mit Straßenbahnbrücke und Bonner Hof, 1906
Katharinenstraße 18, um 1930
Katharinenstraße 18, um 1930

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